09.10.2015 | Im Klinikum wurde der Ernstfall geprobt
Brand in Klinik gehört zum schlimmsten, was an Einsätzen drohen kann. Die Wehren aus Bad Abbach und Lengfeld sind gerüstet.
Von Gabi Hueber-Lutz 
Atemschutznotfall! Als zusätzlicher Teil der Übung musste ein eigener Mann durch die Einsatzkräfte gerettet werden. Foto: Hueber-Lutz

 

Bad Abbach.Krankenhäuser gehören für Feuerwehren zu den Orten, an denen sie regelmäßig üben. Am Freitagabend heulten deshalb rund um das Asklepios-Klinikum die Sirenen. Fahrzeug um Fahrzeug rückte an und wurde zum Teil auf die andere Seite des weitläufigen Klinikkomplexes verteilt. „Brandentwicklung im vierten Stock des Gebäudes mit eingeschlossenen Personen“ lautete die Alarmierung.

Ein Notfall wurde simuliert

Insgesamt acht Personen waren auf die Rettung durch die Feuerwehr angewiesen. Mathias Prasch, der stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Bad Abbach, leitete den Einsatz. Auch die Lengfelder Wehr war mit ihren Atemschutzträgern angerückt. Während die Rettungsarbeiten liefen, wurde ein Notfall simuliert, der für Feuerwehrleute so ziemlich zu den schlimmsten Zwischenfällen gehört, die sich während eines Einsatzes ereignen können. Ein heulender Ton zeigte an, dass einer der Atemschutzträger in Not war. Sie sind immer in einer Zweiergruppe unterwegs; in der Simulation wurde einer der beiden ohnmächtig. „Wir hoffen, dass das nie passiert, aber wenn, dann sind wir gut gerüstet“, sagte Einsatzleiter Prasch.

Reibungslos lief dann auch die Rettung des eigenen Mannes neben der Patientenrettung ab. Die gefährdeten Patienten des Klinikums waren, noch bevor die Feuerwehr eintraf, von den Angestellten des Klinikums in rauchfreie Räume gebracht worden. Zum Teil seien sie schweißgebadet gewesen, berichtete Erich Winzinger, der Brandschutzbeauftragte der Klinik. Denn die Krankenschwestern mussten mit Hilfe von Bettlaken zum Teil 80 Kilo schwere, gehunfähige Patienten transportieren.

Nicht in Panik geraten

Die Zusammenarbeit zwischen dem Klinikpersonal und der Feuerwehr reibungslos zu gestalten, war ein wichtiges Ziel der Übung. „Das Klinikpersonal hat einwandfreie Arbeit geleistet“, honorierte Prasch dessen Einsatz. Die Patienten des Klinikums waren ob der ganzen Unruhe nicht in Panik geraten, denn sie waren bereits vorab informiert worden.

Im Innern des Gebäudes drangen die Atemschutzträger an den Brandherd vor. Von außen wurde die Fensterfront, aus der dichter Rauch quoll, mit der Drehleiter präzise angesteuert. Die Rettungskräfte arbeiteten so, wie sie es im Ernstfall auch tun würden: Erst wurde die eingeschlossene Person geborgen, dann gelöscht.

Weil das Ganze eine Übung war, wurde keine echte Person mit der Leiter aus einem verrauchten Zimmer geholt, sondern nur eine Puppe.

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